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Materialverbindungen
Die Geschichte des Menschen, der Zivilisation und der technischen Entwicklung ist zugleich eine Geschichte der Materialkombinationen. Nahezu alle Gegenstände des täglichen Lebens und erst recht die der Technik werden durch Materialkombinationen funktions – und leistungsfähig. Durch den Stiel wurde der Stein zur Axt, durch den Schaft die Klinge zum Messer. Fahren und Fliegen ist erst möglich durch die sinnvolle Verbindung von Materialien. 

Organisch - Anorganisch
Holz und Stein, die Materialien des Bildhauers und Designers Harald Straub stehen exemplarisch für organische und anorganische Materie. Der Künstler verweist damit auf Zentralkategorien, auf Substanzen, denen alle weiteren Veränderungen und Entwicklungen entspringen. Das Organische steht für Wachstum und Leben, für Wärme und Veränderung. Es ist weich und kann sich anpassen. Anorganisches gibt Zeugnis und Kunde von der Urgeschichte der Erde. Kristallstrukturen schaffen Festigkeit, Härte und Stabilität. Kühle, Distanz und Zeitlosigkeit sind Signale des Anorganischen.

Form und Ästhetik - Kunst und Design
In der ästhetischen Verbindung der Materialien Holz und Stein entstehen im Werk von Harald Straub Objekte, im Spannungsfeld von Kunst und Design. In ihrer Funktionslosigkeit unterscheiden sie sich von Objekten des täglichen Gebrauchs. Sie sind in Form verwandeltes Material. Ihre Formensprache verweist in den Bereich der menschlichen Figur, der Erotik, kann aber auch andere Bereiche des Lebendigen berühren. In dieser, auf Wahrnehmung und Deutung bezogenen Dimension der Objekte zeigt sich eindeutig eine Tendenz zur Kunst. Zu Designobjekte werden sie durch ihre perfekt gestaltete Oberfläche, aus der Harald Straub bewusst alle Spuren handwerklicher Bearbeitung tilgt, so dass ein hoher Grad von Anonymität und Distanz entsteht. Sie schließen auf diese Weise ihre Nachricht in sich ein und werden zum Einrichtungsgegenstand. Doch das Spiel bleibt offen. Dies ist der besondere Reiz des Werkes.

Fischboot
Holz und Stein sind zu einer Form verbunden, die Boot und Fisch gleichermaßen in Erinnerung ruft. Aus dem geschliffenen Stein ragt ein Holz empor, das wie ein Segel das Steinschiff ergänzt. Doch ist in ihm auch eine Klingenform zu erkennen mit aggressiver Tendenz zum Fisch. In weiteren, ähnlichen Objekten können die Zuordnungen eindeutiger auf das Boot bezogen sein.

Aktsequenz
Figurform und Formfigur zugleich ist der Beckenakt, aus makellosem Marmor geschaffen: Gestalt und Zeichen, anschaulich und abstrakt bildet er mit dem Holzelement ein Großzeichen eigener Art.

Figurstele
Schlank, aufragend vereinigt ein Objekt erotische Zeichen und Figurelemente zu einer Gesamtgestalt. Grauer Sandstein trägt eine anatomisch mehrdeutige Holzform. Schlüssig ist die Verbindung, offen bleibt die einzelne Bedeutung; Designfigur und Inhaltssymbol.

Marmorismen
Weißer Marmor präsentiert sich in immer wieder neuen plastischen Werten. Gespannt und glatt ist die Oberfläche. Die inhaltlichen Assoziationen reichen von der weiblichen Figur bis zum pflanzlich organischen Formbereich.

 

 
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